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Europa 2020 – eine neue Wirschaftsstrategie

Europa 2020 – eine neue Wirschaftsstrategie

Europa 2020 – eine neue Wirtschaftsstrategie

Eine Frau, die  auf einem Holzsteg läuft und Grasspuren hinterlässt.Europa hat gerade die schwerste Wirtschafts- und Finanzkrise seit den 20er Jahren hinter sich.

Der weltweite Konjunktureinbruch im Jahr 2008 hat die Fortschritte von 20 Jahren ausradiert und kaum jemanden unberührt gelassen. Innerhalb von 8 Monaten verloren rund 7 Millionen Menschen ihren Arbeitsplatz, wodurch die Arbeitslosenzahl auf 23 Millionen anstieg. Immer mehr Häuser wechselten den Eigentümer, weil die Besitzer ihre Hypothekenzahlungen nicht mehr leisten konnten. Unternehmen gingen in Konkurs und Banken rund um den Erdball mussten von der Regierung gerettet werden.

Anfang 2010 erreichten die Haushaltsdefizite 7 % des BIP, und die Staatsschulden stiegen auf über 80 % an – obwohl die Wirtschaft im Vorfeld der Krise noch wuchs und der Lebensstandard in weiten Teilen der EU weiter anstieg. Der von 2000 bis 2008 erzielte Fortschritt hatte sich nicht nur in den Bilanzen, sondern auch in Eigenheimen und Büros gezeigt – das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf war um 13,5 % gestiegen und die Arbeitslosenrate auf 7 % gefallen.

Intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum

Die Rezession hat Stärken und Schwächen des europäischen Konzepts offengelegt. Sie hat gezeigt, dass die Wirtschaften der einzelnen EU-Länder eng miteinander verzahnt sind und dass wir gemeinsam Erfolg haben oder zusammen untergehen. Schon vor dem Ausbruch der Krise stand Europa vor Herausforderungen, die nun um so drängender geworden sind, nämlich Globalisierung, sinkender Anteil der Erwerbsbevölkerung und zunehmende Zahl von Rentnern sowie Energie- und Ressourcenknappheit.

Europa hat keine Wahl: Es muss einen neuen Weg gehen und neue Ideen umsetzen und sich dabei auf seine zahlreichen Stärken berufen. Versäumen wir dies, werden wir im Jahr 2020 hinter unseren Wettbewerbern zurückbleiben, unsere Lebensqualität wird mit dem langsameren Wirtschaftswachstum sinken und aufgrund der alternden Bevölkerung werden uns nicht mehr genügend Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.

Der Vorschlag der Kommission für eine neue Strategie stützt sich auf eine öffentliche Konsultation, in deren Rahmen 1500 Stellungnahmen eingegangen sind. Die Strategie baut auf dem bisher Erreichten und den dabei gemachten Erfahrungen auf. Vorrangig muss die Krise schneller überwunden werden, doch es müssen auch die Grundlagen für ein nachhaltiges Wachstum in der Zukunft gelegt werden. Die auf einem einzigartigen Sozialmodell beruhende hohe Lebensqualität in Europa wird weltweit anerkannt. Diese Vorteile sollten mithilfe der Strategie erhalten und sogar noch weiter ausgebaut werden, bei gleichzeitiger Optimierung der Faktoren Beschäftigung, Produktivität und sozialer Zusammenhalt.

Vorschlag der Kommission pdf българскиčeštinadanskeesti keelespañolελληνικάenglishfrancaisitalianolatviešu  valodalietuvių  kalbamagyarMaltiNederlandspolskiportuguêsRomânaslovenčinaslovenščinasuomisvenska [851 kB]
Überblick über Ziele der Strategie und vorgesehene Maßnahmen pdf [14 kB]
Zeitplan für Europa 2020 pdf [51 kB]
Europa 2020 – Struktur pdf [15 kB]

Drei Maßnahmenschwerpunkte

Europa 2020 wird drei miteinander verbundene Schwerpunkte haben: Wachstum durch Wissen, Schaffung einer integrativen Gesellschaft und Aufbau einer umweltfreundlichen, international wettbewerbsfähigen Wirtschaft.

Neue  Anstöße für das WachstumNeue Anstöße für das Wachstum

Europa braucht nicht seine Arbeitskosten zu senken oder seinen Sozialschutz abzubauen, um mit den Schwellenländern zu konkurrieren. Nein, der Schlüssel zur heutigen und künftigen Wettbewerbsfähigkeit Europas liegt im Aufbau einer Wirtschaft, in der Wissen und Innovation eine zentrale Rolle spielen und in der die Kopfarbeit und nicht die Muskelkraft oder der Materialeinsatz für das Wachstum verantwortlich sind. Dies erfordert höhere Investitionen in Forschung und Entwicklung und Maßnahmen, die dafür sorgen, dass Forschungsergebnisse in innovative Produkte und Dienste umgesetzt werden.

Damit die wissensgestützte Wirtschaft Wirklichkeit werden kann, muss
– die Jugend zum Studium ermuntert werden,
– gewährleistet werden, dass sich jeder während seiner Berufslaufbahn fortbilden kann,
– mehr in die Hochschulen investiert werden.

Auch durch die bessere Verfügbarmachung schneller Internetanschlüsse erhalten mehr Menschen und Unternehmen Zugang zu Ressourcen, Diensten und Produkten, die die Lebensqualität erhöhen können.

Eine  nachhaltige Gesellschaft anstrebenEine nachhaltige Gesellschaft anstreben

Wenn Europa mit Ländern wie China und Indien mithalten will, braucht es zahlreiche und umfassend ausgebildete Arbeitskräfte. Es müssen also möglichst viele Menschen einer Erwerbstätigkeit zugeführt und die dafür erforderliche Flexibilität geschaffen werden. Zu dieser Flexibilität gehören beschäftigungsfreundliche Steuersysteme.

Wenn wir im Wettbewerb führend bleiben wollen, müssen wir voraussehen, welche Qualifikationen in Zukunft benötigt werden. Dann lässt sich der Bedarf durch eine Förderung des lebenslangen Lernens decken. Zur Überwindung der Jugendarbeitslosigkeit und der Hürde des Berufseinstiegs tragen Lehrjahre und die Vermittlung von Fähigkeiten bei, die für einen ersten Job nützlich sind. Ferner können Armutsbekämpfungsmaßnahmen gewährleisten, dass die Früchte des Wirtschaftserfolgs in Europa allen zugute kommen.

Wettbewerbsfähige Wirtschaft durch UmweltfreundlichkeitWettbewerbsfähige Wirtschaft durch Umweltfreundlichkeit

Die Wirtschaft muss so angepasst werden, dass der Fortschritt nicht auf Kosten der Umwelt geht. Dies ist nicht nur für die Nachhaltigkeit und die Erhaltung der Lebensqualität erforderlich; es ergeben sich auch Möglichkeiten für neue Jobs, die neue Qualifikationen erfordern. Europa kann hier eine Führungsrolle einnehmen und Maßstab für Fachwissen auf dem Gebiet umweltfreundlicher Technologien werden.

Indikatoren für ein umweltgerechtes, nachhaltiges Wirtschaftswachstum sind steigende Produktivität bei gleichzeitiger Verringerung der Emissionen, um den Klimawandel zu bekämpfen, und eine Zunahme des Anteils von Energie aus erneuerbaren Quellen.

Diese Strategie wird Ende März von den Staats- und Regierungschefs der EU erörtert und beschlossen, und – nach einer Klärung der verbleibenden offenen Punkte auf dem folgenden Treffen im Juni – schrittweise umgesetzt.

Unterstützt wird der Wachstumsplan durch eine neue Innovationspolitik, eine verstärkte Industriepolitik und ein Programm für neue Arbeitsplätze. All diese Programme können nur gemeinsam von den Mitgliedstaaten und der EU umgesetzt werden. Gleichzeitig müssen zentrale Instrumente der EU wie ihr Binnenmarkt, ihre Industriepolitik und ihre außenwirtschaftliche Agenda verbessert werden, damit Europa seine Ziele für 2020 erreichen kann.

An die jeweiligen Umstände angepasste gemeinsame und nationale Ziele werden festgelegt, und von allen nationalen und regionalen Behörden wird erwartet, dass sie die erforderlichen Reformen schrittweise in Angriff nehmen. Wenn die Strategie Erfolg haben soll, müssen alle ihren Beitrag leisten: die EU, die Mitgliedstaaten und ihre Regionen sowie jeder einzelne Bürger.

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